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Über die Geschichte der Toskana

FerdinandVierteToskana

Die Toskana blickt auf eine abwechlsungsreiche Geschichte zurück. Sie ist selbstverständlich geprägt von etruskischer und römischer Herrschaft in der Antike, nur wenige wissen aber, dass beispielsweise eine Nebenlinie der (deutsch sprechenden) Habsburger mit Unterbrechungen von 1737 bis 1860 die Großherzöge der Toskana stellte. Deren Herrschaft endete 1860 mit der Abdankung von Ferdinand dem Vierten, als das Königreich Sardinien-Piemont die Toskana annektierte. Das Königreich Sardinien ging wiederum nur ein Jahr später im Königreich Italien auf. 

Bild: Ferdinand der Vierte, letzter Großherzog der Toskana. Nach ihm ging der Großherzogtitel auf den österreichisch-ungarischen Kaiser über.
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:FerdinandVierteToskana.jpg#/media/File:FerdinandVierteToskana.jpg

 

Die Toskana in der Antike

351 v. Chr. annektierten die Römer das damalige Etrurien, das Land der Etrusker, die seit etwa 1000 v. Chr. das Land besiedelten. Etruskische Ruinen finden sich auch heute noch überall in der Toskana. Beispielsweise finden sich hierzu einige Museen in der näheren Umgebung der Stadt Grosseto. Unter Kaiser Augustus erhielt die Region dann den Namen "Tuscia", von dem sich die heutige "Toskana" ableitet. Römische Überreste gibt es heute noch überall in der Toskana, einige Thermen in der Toskana wurden bereits vor 2000 Jahren auch von den Römern genutzt.

Vom Mittelalter bis zu den Habsburgern

Wie andere Gebiete Europas auch, erlebte die Toskana im Mittelalter eine wechselhafte Zeit. Verschiedene Herrscherhäuser wechselten sich nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches ab, erst ab 1434 kam mit dem Haus der Medici (Florenz) wieder etwas Ordnung in die toskanische Geschichte. Hinzu kommt, dass die Toskana zeitweise in Republiken (Florenz, Pisa, Siena, Arezzo, Lucca und Pistoia) aufgeteilt war. Mit wachsendem Einfluss der Medici wurde die Toskana im Laufe der Zeit zunächst Herzogtum, später dann Großherzogtum.
1738 starb die Familie der Medici letztlich aus - Ein Nebenzweig der Habsburg-Lothringer übernahm unter Franz I. die Herrschaft, worunter die Toskana jedoch litt, da Franz I. seinen Besitz stark vernachlässigte. Hohe Steuern und Mißwirtschaft, sowie eine Hungersnot führten zu Armut. Seinem Sohn und Nachfolger, dem späteren Kaiser Leopold II., gelang es schließlich, die Toskana wirtschaftlich und politisch zu reformieren. Besonders interessant ist, dass während seiner Herrschaft die Toskana als wahrscheinlich erstes Land der Welt die Todesstrafe abschaffte. Auch der Einfluss der Kirche (der Vatikan spielte damals eine weitaus mächtigere Rolle als heute, s. Karte), wurde in der Toskana stark eingeschränkt, was in konservativen Kreisen jedoch nicht nur auf Zustimmung stieß.

spehr kirchenstaat

Karte der Toskana aus dem Jahr 1825 von Friedrich Wilhelm Spehr. Die Toskana ist zu dieser Zeit von Parma und Modena im Norden, sowie vom Kirchenstaat im Osten und Süden umgeben. 
Die Karte wurde mit freundlicher Genehmigung vom Institut für Geographie und Geologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald zur Verfügung gestellt (greif.uni-greifswald.de).

Die Toskana unter Napoleon und ihr Anschluss an das Königreich Italien

Im Jahr 1799 endete die Habsburgische Herrschaft dann abrupt mit dem Einmarsch französischer Truppen. Die Franzosen riefen eine "Etrurische Republik" aus, was letztlich zu einem Volksaufstand führte, der die Franzosen zunächst vertrieb. Mit der Rückkehr französischer Truppen festigte Napoleon nur ein Jahr später seine Herrschaft über die Toskana, woraufhin er sie zunächst den spanischen Bourbonen zuteilte, später jedoch seiner Schwester schenkte. Im Jahr 1814 übernahmen die Habsburger unter Ferdinand III. wieder die Herrschaft über die Toskana, gerieten aber in zunehmende Abhängigkeit vom österreichischen Kaiserreich.
1859 unterlag Österreich französischen und italienischen (Sardinien-Piemont) Truppen. Dem konnten auch die Habsburger nichts entgegensetzen, so dass der letzte habsburgische Großherzog der Toskana, Ferdinand IV., schließlich im Jahr 1860 abdanken musste. In der Folge wurde die Toskana somit zu einem Teil des Königreichs Sardinien-Piemont und letztlich ab 1861 zu einem Teil des vereinigten Königreichs Italien, dessen Hauptstadt übrigens Florenz wurde, bis 1870 schließlich Rom von italienischen Truppen erobert werden konnte, das bis dahin von französischen Truppen besetzt war. Besonders hervorzuheben ist allerdings, dass der großherzogliche Titel letztlich dem Kaiserreich Österreich gehörte. Erst mit dem Ende des ersten Weltkriegs 1918 löste sich die Toskana endgültig von Österreich.

Die Toskana im 20. Jahrhundert

Große Landstriche der Toskana galten noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts als verarmt. Die Toskana lebte fast ausschließlich von der Landwirtschaft, erst in den 70er und 80er Jahren entwickelte sich der Tourismus, der heute die Haupteinnahmequelle der Toskana ausmacht, und dem viele Einwohner der Toskana ihren heutigen Wohlstand verdanken.
So endete das System der Halbpacht (Mezzadria) erst 1950, was dazu führte, dass Pächter nicht mehr die Hälfte ihrer Erträge an den Landbesitzer abgeben mussten. Auch konnten inzwischen erfolgreich die letzten Sumpfgebiete trocken gelegt werden, die große Teile des Gebietes der Toskana bedeckten. Diese hatten in der Vergangenheit immer wieder für Malariaausbrüche gesorgt. Zudem war durch sie das Land nicht nutzbar. Dennoch führte bis in die 70er Jahre hinein eine Landflucht dazu, dass ganze Dörfer leer standen. Viele Menschen aus der Toskana wanderten beispielsweise in die Vereinigten Staaten aus, oder zogen als Gastarbeiter nach Deutschland. Zeitweise sollen die brachliegenden Gebiete sogar von Hirten genutzt worden sein, die aus noch ärmeren Gebieten Italiens einwanderten. Manche Spezialitäten der toskanischen Küche erinnern aufgrund ihrer Einfachheit heute noch an diese schweren Tage.
Mit dem Tourismus, aber auch mit dem zunehmenden Weinanbau seit den 60er Jahren änderte sich dies. Heute ist die Toskana für deutsche Touristen eine zunehmend "edle" Adresse, die jedoch in weiten Teilen ihren Charme bewahrt hat.