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Weltkulturerbe: Pienza und das Orcia-Tal

  • Dauer: 1/2 bis 1 Tag
  • Kartenansicht: hier klicken
  • Erreichbarkeit: mäßig, über Landstraße

Kleinstadt in einer traumhaften Landschaft

Die kleine Stadt Pienza ist zwar irgendwie ganz typisch für die Toskana, aber dennoch ein ganz besonderes Kleinod. Mit etwas mehr als 2.000 Einwohnern ist sie derart einmalig, dass sie auf den Reiserouten der großen Reiseanbieter eine wichtige Besichtigungsstation ist. Eine Perle in einer faszinierenden Landschaft, die auch einen größeren Umweg lohnt. Pienza liegt im Zentrum des Val d’Orcia (Orciatal), das Sie sich als ein weitgehend ausgetrocknetes Flussbett vorstellen können, das nur im Winter und Frühjahr einigermaßen mit Wasser aufgefüllt ist. Und von diesem Flusstal aufstrebend ein wahrhaftiges Hügelmeer, das unzählige Motive für das Fotoalbum bietet. Sie sind hier etwa 60 km südöstlich von Siena, die Hauptverkehrsader ist die SS2 Cassia, die gut ausgebaute Staatsstraße von Siena nach Rom.

Architektonische Bedeutung

Man könnte das Städtchen fast übersehen, wenn es da in der Mitte des 15. Jahrhunderts nicht einen ehrgeizigen Papst gegeben hätte, der sich vornahm, seinen Geburtsort in eine auf dem Reißbrett perfekt geplante Stadt zu verwandeln. Das Ergebnis wird noch heute bewundert und wurde auch Maßstab für spätere Stadtplanungen. Es ist die Piazza, auf die sternförmig alle Straßen des Ortes zugehen, als Mittelpunkt, umgeben von Monumentalgebäuden, das Rathaus, der Dom und zwei Patrizierhäuser für den Landadel, aus dem der Gründer Pius II. hervorging. Zwischen den architektonisch beeindruckenden Bauten ergeben sich immer wieder Ausblicke auf die Wellenlandschaft des Orciatals.

toskana pienza

Das Orciatal

Dieser, bis vor etwa 50 Jahren wirtschaftlich noch sehr unentwickelte Landstrich, ist die Bilderbuchlandschaft der Toskana schlechthin. Hügel, Hügel, Hügel, die malerisch mit Zypressen verziert wurden. Eine Landschaft, die in ihrer natürlichen Schönheit durch die Hege und Pflege der Bewohner noch aufgewertet wurde. Nach Kriegsende verließen viele der einheimischen Landwirte die kargen Felder, als Nachrücker kamen Sarden, denen es auf ihrer Insel noch schlechter ging, und brachten aus Sardinien die Schafe mit. So wurde das Orciatal zu einem Zentrum der Schafszucht und ist seit 2004 als Weltnaturerbe der UNESCO gelistet. Und es ist auch das Eldorado des Pecorino, des Schafskäse. Den finden Sie in Pienza an vielen Verkaufsstellen. Er hat einen kräftigen Geschmack und passt vorzüglich zu einem vollmundigen Chianti. Sie dürfen die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen probieren und finden dann auch Ihren Lieblingskäse, den Sie sich als Vorrat für laue Nächte mitnehmen. Und wenn Sie im September in der Toskana sind, dann besuchen Sie am ersten Wochenende das Käsefest in Pienza, Fiera del Caccio, und erleben Sie das „Käserollen“ auf der Piazza, eine Art Boule-Spiel mit Käselaiben, als Wettbewerb zwischen den einzelnen Ortsteilen.

Inmitten bekannter Weingebiete

Einen guten Eindruck von Pienza haben Sie schnell gewonnen. Pienza ist nicht überlaufen, deshalb haben Sie auch Zeit, das Umland zu erkunden. Pienza liegt ziemlich in der Mitte zwischen den berühmten Weinorten Montalcino (Brunello) und Montepulciano (Vino Nobile di Montepulciano). Hier finden Sie den passenden Wein zu Ihrem Pecorino und treffen auf weitere sehenswerte Kleinstädte, zum Beispiel auf der Strecke nach Montalcino durchqueren Sie San Quirico d’Orcia, ein weiterer romantischer und eher verschlafener Ort im Orciatal. Besonders schön sind die Ausblicke von diesen Orten, die auf den Spitzen der Hügel gebaut wurden und eine unglaublich, geradezu atemberaubende Aussicht gewähren. Maler und Fotografen gleichermaßen erstellen Bilder, die selbst bei gleichem Motiv doch immer wieder anders aussehen, je nach Jahres- und Tageszeit. Die Gegend ist empfehlenswert für Urlauber, die Ruhe suchen und die Natur genießen möchten.

Bildquelle: ENIT / Fototeca